Eine Lobby für das Leben – Politik und Kirche im Gespräch mit Beraterinnen

AlfA Köln und CDL Köln luden in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Prominente ins Domforum


 

„Jeder Jeck ist anders“ sagt der Rheinländer. Eine bessere Formulierung, das Lebensrecht jedes Menschen zu bestätigen, kann es kaum geben. Wolfgang Bosbach ist ein Politiker mit klarer Sprache, der sich dem C seiner Partei noch verpflichtet fühlt. Aber er ist zugleich auch Rheinländer und weiß seine AnsichtenEine Lobby für das Leben – Politik und Kirche im Gespräch mit Beraterinnen

AlfA Köln und CDL Köln luden in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Prominente ins Domforum„Jeder Jeck ist anders“ sagt der Rheinländer. Eine bessere Formulierung, das Lebensrecht jedes Menschen zu bestätigen, kann es kaum geben. Wolfgang Bosbach ist ein Politiker mit klarer Sprache, der sich dem C seiner Partei noch verpflichtet fühlt. Aber er ist zugleich auch Rheinländer und weiß seine Ansichten mit Humor zu vermitteln, was ihn nicht daran hindert, als Rechtspolitiker mit klaren Worten auf Unrecht aufmerksam zu machen.Somit war das Podium, zu dem die ALfA Köln und die CDL Köln in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk ins Domforum eingeladen hatten, prominent besetzt und mit den weiteren Teilnehmern Kardinal Meisner und zwei Beraterinnen in mehrerer Hinsicht vielfältig. Matthias Friebe vom Deutschlandfunk konnte als Moderator gewonnen werden.Kardinal Meisner betonte, für das menschliche Leben vor und nach der Geburt, aber auch am Lebensende könne man gar nicht genug tun und es bedürfe großer Phantasie, sich in diesem dringenden Anliegen zu engagieren. Er selbst bringt dies als Fürbitte bei seinem täglichen Gebet vor dem Allerheiligsten vor Gott und gibt das Anliegen aus dem Publikum, der Episkopat möge beim Marsch für das Leben vertreten sein, weiter. Er fuhr fort: „Der Mensch ist der Partner Gottes.“ Er sei nach dem Schöpfungsplan Gottes gerichtet und muss sich als Ebenbild und Gleichnis Christi sehen. „Christ erkenne deine Würde.“Silvia Florian, Beraterin bei Esperanza Köln berichtete aus ihrer Erfahrung aus der Beratungspraxis. Frauen kämen auch aus finanziellen Nöten, dahinter stecken aber meist zusätzlich psychische Probleme, beispielweise Konflikte in der Familie und der Partnerschaft. Frauen gerieten unter Druck, da sie meinen, allen gerecht werden zu müssen. Sie verwies auf die hohe Zahl der 9.000 Beratungen von Esperanza im Erzbistum Köln. Des Weiteren ergänzte sie, dass die Tatsache, dass eine Abtreibung zwar erlaubt, aber straffrei bliebe, Folgen für die Mentalität bei den Frauen in der Gesellschaft habe. Elke Mannel, Sonderpädagogin, vertrat die ALfA Köln im Podium und konnte aus ihrer langjährigen ehrenamtlichen Beratungspraxis berichten. So erwähnte sie die „Hopp und Weg“ Einstellung, sie sich ausgebreitet habe, aber auch von schweren Konflikten, die bleiben, wenn die Frauen den Schein bereits in der Tasche haben. Gerade die Männer müssten ermutigt werden, zu ihrem Kind zu stehen. Sie erzählte, dass sie einmal einen engagierten Vater der ALfA zu einem Gespräch dazu nahm, der mit einem betroffenen Vater auf seine Art und Weise klären konnte, dass das ungeborene Kind nicht Schuld an den Problemen ist. Ihr Anliegen fasste sie zusammen: „Die Probleme beseitigen, nicht die Kinder“.Bosbach nahm das Stichwort Väter auf:“ Die Jungs sind von Anfang an dabei.“ Das Argument, des Mannes „Ich bin nicht schwanger“  sei unverantwortlich. Mit Blick auf das Banner der CDL mit der Überschrift: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, formulierte er um: „Die Würde des Menschen sollte nicht angetastet werden dürfen.“ Die Verfassung unterscheide nicht zwischen dem Kind vor und nach der Geburt, die Würde beginne also nicht erst mit der Geburt. Die Thematik sei seiner Ansicht nach als Streitthema aus der Politik verschwunden, das gelte auch für seine Fraktion. Aus der Politik heraus gebe es keine Initiative, dies neu zu beleben. Dies kann nach seiner Ansicht nur aus der Mitte der Gesellschaft heraus geschehen.Julia Castor, 1. Vorsitzende des Regionalverbandes Köln und  Organisationsverantwortliche der Veranstaltung dankte zum Schluss den Teilnehmern des Podiums und dem Katholischen Bildungswerk und konnte unter den 150 Interessierten viele Exemplare der  Schulmappe der ALfA weiter reichen, da das Publikum die Rolle der Information unter Jugendlichen in den Blick genommen hatte. Die Podiumsdiskussion ist zu hören unter:http://www.domradio.de/audio/podiumsdiskussion-eine-lobby-fuer-das-leben


     


Aus dem Segensgebet Kardinal Meisners am Ende:

„Herr, du kennst unsere Sorgen und Mühen… Wir empfehlen dir unsere Familien und Mütter… und wir empfehlen dir alle, die sich in Politik und Beratungsstellen um deine Kinder und Eltern…sorgen.“

Auf das Statement eines linken Demonstranten, der betonte, dass sich beim Marsch für das Leben auch viele Rechtsradikale     befänden, reagierte Bosbach:

„Ich hätte da mal eine Frage: Halten sie die Frage des Lebensschutzes, unabhängig, ob es sich um geborenes Leben oder ungeborenes Leben handelt,  für eine typisch rechtsradikale Position? Ja oder nein.“ (mehrmaliges Nachfragen des  Politikers).

Unsichere Antwort des jungen Mannes: „Das würde ich so nicht sagen“.


Die Bilder sind freundlicherweise von Herrn Dr. J. Simons zur Verfügung gestellt.